Kapitulation und Tod

Letztendlich erkannte Franz die Aussichtslosigkeit seiner Lage und ließ am 6. Mai durch einen Boten folgendes Angebot an die Fürsten übermitteln:

Ich, Franz von Sickingen befind’, daß Ihr gegen mir mit Ungnaden bewegt (seid); bitte, Euer Churfürstlichen und Fürstlichen Gnaden wollen etliche der Meinen zu sich eine Stunde versichern, und mich bei denselbigen E. Churf. und Fürstl. Gnaden Gemüth, wie das gegen mir sey, verständigen, dann will ich mich mit Antwort vernehmen lassen.“

Die Fürsten verständigten sich auf eine Feuerpause und sandten eine Abordnung vor das Schloss, um die Forderungen für die Übergabe an Sickingen zu diktieren. Die Fürsten verlangten, dass er sich ihnen gefangen geben und alle seiner Güter zu ihren Händen stellen solle. Falls Franz nicht darauf einginge, würden die Fürsten das Feuer wieder aufflammen lassen und die Burg erobern. Nachdem Franz die fürstliche Aufforderung (nach heutigem Sprachgebrauch) zur „bedingungslosen Kapitulation“ vernommen hatte, ließ er ihnen entgegnen

das wär’ er nit bedacht anzunehmen; wollten aber die Fürsten ihn und die Seinen mit ihrem Leib, Hab und Gut ungefangen passieren und abziehen lassen, so wollt er ihnen Landstuhl, wie es stünde, übergeben.“

Verständlicherweise wiesen die Fürsten diesen Vorschlag zurück. Ihnen war an der Gefangennahme des Franz von Sickingen gelegen. Man wollte ihm keinesfalls die Chance geben, den Kampf mit dann möglicherweise neu gewonnenen Verbündeten von der Ebernburg oder von sonstwo fortzusetzen.

Im Bewusstsein schwindender Kräfte lenkte Franz ein und ließ den Fürsten melden, dass er bei Zusicherung einer ritterlichen Gefangenschaft sich mit den Seinigen auf dem Nanstein gefangen geben würde. Diese stimmten zu und verlangten, dass er das Schloss am nächsten Tage übergeben solle. So geschah es. Am Morgen des 7. Mai, als die Kapitulation wirksam wurde, begaben sich schließlich die Kriegsfürsten vor Franzens Sterbebett und überzogen ihn – trotz seines Zustandes – noch mit Vorwürfen. Hatte Franz noch gegenüber Landgraf und Pfalzgraf sein Barett („schlap rot baretlyn“) ehrfurchtsvoll vom Kopfe genommen, ließ er es bei seinem Erzfeind aus Trier stolz auf dem Kopfe und gab auch Widerworte auf dessen Vorhaltungen.

Noch bevor Franz die Beichte abgenommen werden konnte, verschied er 42jährig. Man kleidete ihn neu ein, legte ihm den Harnisch an und setzte ihn in der ehemaligen Marienkapelle in Landstuhl – im engsten Freundeskreis – bei.

Der Fürstenbund hielt Rat und beschloss, sich nun dem Verderben der Söhne Sickingens und der vollständigen Eroberung seiner übrigen Besitztümer (z.B. Drachenfels) zuzuwenden. Zunächst wurde aber erst einmal eine dreitägige Siegesfeier aus den Lebensmittel- und Weinvorräten des Nanstein abgehalten.

Die Burg als steinerner Trutzbau hatte im Kanonenzeitalter offenkundig ausgedient. Die Wehrkonzeption der festen Schlösser wich nun einer mit Schanzen und Erdwallverstärkungen Befestigung, die später in den Festungsbau überging.

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