Zerstörung des Nanstein 1523
Sickingens Ausfall-Coup am 30.April
Noch bevor am frühen Morgen des 30. April 1523 die fürstliche Artillerie den Beschuss erneut aufnahm, kam es zu einem Ausfall der Belagerten, der durch Vollsalven der eigenen Rohre eröffnet wurde. Es war ein Ablenkungsmanöver Sickingens, um seine 40 Reiter – und auch seinen 12jährigen jüngsten Sohn Franz Conrad – aus der Burg zu schaffen. Nur mit Pulverhandwaffen ausgerüstet, verursachte zudem ein kleiner sickingenscher Fußhaufen, höchstens 50 Mann zählend, Verwirrung im fürstlichen Lager. Es gelang beim Ausfall einige Reisige und ihre Anführer gefangen zu nehmen und auf den Nanstein zu bringen.
Sogleich handelte ein fürstlicher Parlamentär den Freikauf der Gefangenen für 600 Gulden aus. Ein Prestigeerfolg des von der Gischt geplagten Sickingen, der aufgrund dieser Krankheit den Stoßtrupp nicht hatte begleiten können und sich nur noch gestützt auf die Hilfe seiner Diener in der Burg bewegen konnte.