Kampf um Burgen im Hochmittelalter

Vorkehrungen in der Burg nach der Fehdeankündigung​

War die Absage der Fehde erfolgt, wurden vom Befehdeten die dringlichsten Vorbereitungen eingeleitet. Diese bestanden überwiegend in Vorkehrungen zur Sicherstellung der Versorgung und dem Herstellen der Abwehrbereitschaft. Hier einige Maßnahmen ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

  • Inkraftsetzung einer “Belagerungsordnung“, um Ruhe und Ordnung aufrecht zu erhalten
  • Suche nach Helfern bzw. Verbündeten. Sofern erforderlich: Anwerben von Söldnern
  • Anweisung an die Bauern in der Herrschaft zur Sicherung der Vorräte
  • Aufstocken der Vorräte an Lebensmitteln, Wasser, Waffen u. Zubehör in der Burg
  • Futteraufstockung für das in der Burg gehaltene Vieh (Milchkühe, Schlachtvieh)
  • Verstärkung der Wachen und das Treffen von Vorkehrungen gegen einen Handstreich, so z.B.
    • Verschließen des Burgtors
    • Verstärkung der Wache
    • Intensivierung der Einlasskontrollen
    • Verstärkung der Feindaufklärung außerhalb der Burg
    • Besetzung der Warttürme
    • Gänse und Hunde als Wachtiere (“Feindmelder”) außerhalb der Burg halten, insbesondere bei schlechter Sicht und nachts (siehe Abb. rechts )
  • Ausbessern von schadhaften Stellen an der Befestigung
  • Aufschichten von Steinen auf den Wehrgängen und Türmen zum Herabwerfen von der Mauer
  • Bewaffnung der eigenen Kräfte (inkl. Gesinde)
  • Drill in der Handhabung der Waffen, Schießübungen mit der Armbrust,
  • Einüben des gefechtsmäßigen Beziehens der Wehrmauern bei Alarm
  • Einteilung von “Abschnittskommandanten” für Wehrgänge und Türme (in größeren Anlagen)
Hunde und Gänse als Wächter
Vorkehrungen gegen einen Handstreich: Gänse und Hunde als Wächter einer Burg 

Quelle: Besançon - BM - ms. 1360, f. 028 Bellifortis / Konrad Kyeser

Nach einer römischen Erzählung soll ein nächtlicher Angriff der Gallier 390 v. Chr. auf das Kapitol durch das laute Schnattern der kapitolischen Gänse vereitelt worden sein. Auch im Mittelalter bediente man sich Hunden und Gänsen, die akustisch vor einem sich anschleichenden Feind warnten.

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