Wehrkonzept einer Kastellburg des 13. Jh.

Prinzipskizze einer Kastellburg nach frz. Vorbild

Die Wehrfunktion der Burg Neuleiningen ist durch die Bauform als “Kastellburg” maßgeblich vorgegeben. Warum Friedrich III. v. Leiningen gerade den Kastelltyp als Bauform für seine neue Burg wählte, muss im Spekulativen bleiben. War es die Geländeform am Schlossberg, die eine Rundumverteidigung aufgrund zahlreicher Annäherungsmöglichkeiten des Feindes erforderte? War es der Geltungsdrang des Schlossherrn, der mit dem außergewöhnlichen Bau protzen wollte?

Wehrkonzept einer Kastellburg des 13. Jh.

Die Eckdaten der Wehrkonzeption der Kastellburg Neuleiningen in der ersten Bauphase um 1250 sind:

  • Steil abfallende Hänge etwa 10m vor der West- und Nordseite.
  • Umlaufender Burggraben. Ob dieser auch die West- und die Südseite umschloss, ist ohne archäologische Untersuchungen nicht nachweisbar. Bis auf den Südwestturm befinden sich in den Tiefgeschossen der Türme Schlitzscharten mit Wirkungsbereich in den Burggraben.
  • Hauptannäherungsrichtung des Feindes aus Westen.
  • Stärkste Befestigung zur Westseite: dort höhere Wehrmauer und dickere Mauerstärke der Türme
  • Burgtor in der Ostmauer zeigt zur feindabgewandten Seite. Weitergehende Schutzmaßnahmen des Tors: Das Tor war mit einem Fallgatter schnell sperrbar. Ob bereits in der Entstehungszeit eine Zugbrückenanlage den Graben überspannte, ist archivalisch und bautechnisch nicht belegt.
  • Vier ¾-runde Ecktürme im Abstand von weniger als 40m, die durch starke Ringmauern verbunden sind. Die runde Bauform versprach Vorteile beim Beschuss durch Katapulte, da die Steinkugeln an den Rundungen besser zur Seite abgelenkt wurden.
    Im 13. Jhdt. konnte mit der leichten Handarmbrust oder dem Bogen die zeitgenössische Körperpanzerung (Kettenhemd) durchbohrt werden. Wären die Ecktürme weiter auseinander platziert gewesen, hätte man die Anzahl der Verteidiger auf den Wehrgängen erhöhen müssen bzw. mittig einen weiteren Turm einfügen müssen.
    Der nordwestliche Turm (links oben) hat eine deutlich höhere Mauerdicke als die drei weiteren Türme. Das belegt seine herausgehobene strategische Bedeutung für die Burgverteidigung.
  • Verzicht auf einen Bergfried, der in “klassisch ausgeprägten” stauferzeitlichen Burgen i.d.R. anzutreffen ist.
  • Langgezogene schmale (Bogen-)Schießscharten sind in allen Mauern – außer in der geschlossenen Westmauer – anzutreffen. Deren militärischer Wert war jedoch gering.
    Neuere Schussversuche mit dem Bogen belegen, dass die Enge der Schießnischen auf Neuleiningen ein Heranrücken an den Schlitz nicht erlaubte und nur ein hinter der Kammer eingenommener Stehendanschlag möglich war. Damit fehlte der zur Auffassung beweglicher Ziele erforderliche Beobachtungs- und Richtbereich. Eine Armbrust konnte in der beengten Nische nicht bis nach vorne geführt werden. Für mehr Information hier klicken
  • Ein wirkungsvolleres Abwehrfeuer mit Pfeilwaffen war dagegen vom Wehrgang auf den Mauerkronen (unter Inkaufnahme vieler toter Räume) und aus den vier Flankierungstürmen möglich.
  • Wasserversorgung: Sammlung des Regenwassers und Brunnen innerhalb des Schlosses (Kernanlage) .

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