Geschichte der Burg Neuleiningen

Neuleiningen “Nuwenlyninge” wurde vermutlich zwischen 1238 und 1250 von Graf Friedrich III. von Leiningen nach französischem Vorbild auf dem Schloßberg

Kastellburg Neuleiningen um 1250

am Eingang des Leininger  (Eckbach-) Tales erbaut. Die rechteckige Grundform mit an den Ecken hervorspringenden Rundtürmen ist einzigartig unter den Pfälzer Burgen und wirft die Frage auf, was den Bauherrn zur Wahl dieser Bauform für die neue Burg veranlasst hatte, die er dann noch nicht einmal selbst bewohnte, sondern seinen Stammsitz in Altleiningen (liningen antiquum) beibehielt..

Möglicherweise bereits 1308 war Neuleiningen als Lehen des Stift Worms an die Leininger Grafen zu sehen. Wie es genau dazu kam, ist nicht geklärt. Jedenfalls erhielt der Sohn des Erbauers, Friedrich IV. v. Leiningen, Neuleiningen als Lehen von Bischof Eberwin von Worms. Nach dem Tode Friedrich IV. teilten sich 1317/1318 die Stiefbrüder Jofried und Friedrich V. das Erbe und schafften unabhängige Herrschaften. Friedrich V. als Graf von Leiningen-Dagsburg fielen u.a. Altleiningen, Neuleiningen sowie Gräfenstein und Madenburg zu, während Jofried u.a. Hardenburg, Frankenstein und Lindelbrunn erhielt. Von Friedrich V. (†1337) weiß man nur wenig, er soll sich überwiegend in Altleiningen und Neuleiningen aufgehalten haben und durch Verpfändungen und Verkäufe seiner Güter in Erscheinung getreten sein. Ein Lehnbrief des Jahres 1372 belegt erneut, dass die Burg Neuleiningen ein Lehen der Wormser Bischöfe war, denn der Bischof musste der Verpfändung eins 25 v.H. Anteils an Neuleiningen an Graf Emich V. von Leiningen-Hardenburg zustimmen.

Neuleiningen wurde innerhalb der Familie weitervererbt; auf Friedrich VI. folgte Friedrich VII. im ausgehenden 14. Jahrhundert. Friedrich VIII. vermählte sich 1405 mit der Tochter des Markgrafen Hesso von Hachberg, womit die Namensfindung des zweitältesten seiner drei Söhne geklärt ist. Denn einen Hesso hatte es bis dato im Stammbaum der Leininger Friedrichs und Emichs noch nicht gegeben. Hesso vermählte sich 1440 mit Elisabeth, Herzogin von Bayern, und erfuhr hierdurch eine Standeserhöhung zum “Landgrafen”. Er soll während seiner Regentschaft die Stadtmauer um Neuleiningen verstärkt und auch die Burg weiter befestigt haben, was belegt, dass er die Grafschaft wirtschaftlich solider regierte als mancher seiner Ahnen. Nach dem Tode Hessos 1467, dessen Ehe kinderlos geblieben war, kam es zu Erbstreitigkeiten zwischen Hessos Schwester Margaretha (eine verwitwete Gräfin Westerburg) und Emich VII. v. Leiningen-Hardenburg, der sich einige Besitzungen widerrechtlich angeeignet hatte und 1468 sogar die Burg Neuleiningen besetzt hatte. Margaretha rief den Kurfürsten Friedrich I. v.d. Pfalz und den Wormser Bischof um Hilfe. Der Ausgang der Auseinandersetzung mit Emich VII. kann auf meiner Hardenburger Burgbesprechung nachgelesen werden. Jedenfalls trug Friedrich seinen Beinamen “Der Siegreiche” zu recht und erhielt wie auch Worms einen 50% Anteil an Stadt und Burg Neuleiningen, wovon er die Hälfte seiner Hälfte an Margaretha weiterreichte. Nach deren Tod 1470 vereinigte ihr Enkel Reinhard die ererbten Besitzungen und begründete die neue Linie “Leiningen-Westerburg”.

Dass die Burg Anfang des 16. Jahrhunderts keine Machtposition mehr darstellte, ist aus dem sog. Reißbuch von 1505 zu entnehmen. In diesem Dokument wurden alle Kriegsressourcen von Kurpfalz für den anstehenden Feldzug in Bayern inventarisiert. Das Waffenarsenal belief sich auf lediglich 5 Hakenbüchsen, 5 Handbüchsen, 3 Armbrüste, 2 Armbrustwinden und 200 Bolzen sowie geringe Mengen an Schießpulver und 200 Bleikugeln. Nur 12 Burgmannen standen zum Schutz von Stadt und Burg zur Verfügung, lediglich zwei von ihnen verstanden sich auf Feuerwaffen.

1505 erhielt Graf Reinhard die kurpfälzische Hälfte an Neuleiningen vollständig als ewiges Erblehen zurück. Um Klarheit zu schaffen, welche Teile der Burg nun dem Bischof und welche Reinhard gehörten, wurde auf Anordnung des Kurfürsten Philipp 1508 eine Teilungsurkunde erstellt. Die Burg wurde in einen westlichen Wormser und einen östlichen Leininger Teil “nach der Schnur” geteilt. (Anm. d. Verf.: Achtung, hier kursieren auch falsche Darstellungen, wonach die Teilung von Nord/Leiningen nach Süd/Worms erfolgt sei und der Leininger Teil verputzt gewesen sei). Nun begann Reinhard mit der Instandsetzung des ihm gehörenden Burgteils, der schon ziemlich heruntergekommen war und dringend saniert werden musste. Der Bischof verweigerte sich jedoch, seinen Teil ebenfalls instand zu setzen. Daher versuchte Reinhard nun, die zweite Hälfte von Worms zu erwerben, was jedoch am Widerstand des Bischofs Reinhard v. Worms scheiterte.
Nach dem Tod von Graf Reinhard 1522 trat sein Sohn Kuno II. das Erbe an. Kuno war von seinem Vater noch aus einer dreijährigen Gefangenschaft in Italien ausgelöst worden. Das hatte die Finanzen des Leiningers in eine Schieflage gebracht. Als Kunos Stiefschwester Eva ihrerseits Forderungen aus dem Erbe der Mutter an ihn stellte, musste Kuno ihr u.a. seinen Anteil an Burg und Stadt Neuleiningen abtreten. Gräfin Eva, die bis zu ihrem Tode 1543 auf Neuleiningen wohnte, ist heute vor allem durch die Überlieferung ihres klugen Handeln im Bauernkrieg bekannt. Ihr soll es gelungen sein, einen 1525 gegen die Burg ziehenden Bauernhaufen durch Verköstigung von der Brandschatzung abgehalten zu haben.

Nach dem Tode Evas erhielt ihr Bruder Kuno II. die Anteile als Erbe zurück. Nach dessen Tod 1547 teilten sich seine 6 Söhne das Erbe , wobei Graf Philipp I. die

Letzte Ausbaustufe der Burg Neuleiningen zu Beginn des 30-jährigen Kriegs

Schlösser Alt- und Neuleiningen erhielt und daraufhin seinen Wohnsitz von Westerburg nach Altleiningen verlegte. In der Folge war Neuleiningen mehrfach Witwensitz der verstorbenen Grafen und ist wohl auch deshalb kaum noch unterhalten worden. Jedoch wurden unter Graf Ludwig 1620 die Mauern und Türme Neuleiningens renoviert und zum Teil neu gebaut.

1634 wurde Neuleiningen von den Schweden geplündert, das Schloss blieb jedoch verschont. Graf Ludwig Eberhard (*1624 †1688) führte einen verschwenderischen Lebenswandel und musste einige leiningische Besitztümer verpfänden. 1675 lag eine Besatzung kurpfälzischer Dragoner in der Leininger Schlosshälfte. Der Bischof von Worms hatte unterdessen seine Hälfte an den Herzog von Lothringen verpfändet. Während des Orléanschen Erbfolgekrieges wurde Neuleiningen schließlich 1690 zerstört, jedoch keineswegs unbrauchbar.

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