Geschichte der Burg Trifels auf dem Zeitstrahl

Errichtung der Burg im 11. Jh

Replik einer Steinzange in Zangenloch zur Anhebung schwerer Lasten

Der genaue Zeitpunkt der Errichtung der Burg Trifels ist nicht bekannt. Die Ausgrabungen des Jahres 1937 stießen auf Reste einer hölzernen Burganlage, die aus dem 10. Jh stammt, aus der Zeit der Sachsenkaiser also. Sie wurde durch eine Steinburg, vermutlich in der 1. Hälfte des 11. Jhs ersetzt. Die erste urkundliche Erwähnung eines Diemar von Trifels erfolgt 1083, da dürfte die Burg bereits erbaut gewesen sein.

Ca. 1050

Zwist zwischen Saliern und Saarbrückern

Zeichnung des Siegels von Erzbischof Adalbert I.
Zeichnung des Siegels von Erzbischof Adalbert I. von Mainz. Creative Commons Lizenz; Autor Karl Rossel

1112 überwarf sich der streitsüchtige Mainzer Bischof Adalbert I. von Saarbrücken († 1137) mit dem salischen Kaiser Heinrich V. († 1125) und brachte sich in den Besitz der Reichsburgen Trifels und Madenburg. Heinrich V. ließ Adalbert daraufhin umgehend auf dem Trifels gefangen setzen. Ein Aufstand der Mainzer Bürger zwang Heinrich, den Bischof nach 3 Jahren (=1115) wieder frei zu lassen und in seine Ämter zu restituieren, woraufhin - am Rande angemerkt - der Mainzer Erzbischof den Kaiser exkommunizierte. Trifels und Madenburg fielen 1113 zurück an das Reich.

1113

Reichskleinodien kommen auf den Trifels

Burg Trifels nahm als Aufbewahrungsort der Reichskleinodien zur Staufzeit eine herausragende Rolle ein.
Zu Beginn des staufischen Zeitalters 1125 wurde der Trifels Verwahrort der Reichskleinodien. Im Hauptturm werden Nachbildungen derselben präsentiert.

Kurz vor seinem Tod 1125 gab der letzte Salierkaiser Heinrich V. noch Anweisung, die Reichsinsignien von Burg Hammerstein nach Burg Trifels zu bringen. Er übergab sie dort an seinen Verwandten, den Stauferherzog Friedrich v. Schwaben. Für einhundertfünfzig Jahre verblieben diese wertvollen Gegenstände, abgesehen von einigen Unterbrechungen, auf der Burg.

Zu den Reichskleinodien gehörten Krone, Reichsapfel, zwei Reichsschwerter, Kaisermantel, div. Kleidungsstücke, Handschuhe, Ring, Gürtel und Sporen. Dazu kamen noch einige Reliquien wie ein Stück des Heiligen Kreuzes, ein Nagel mit dem Jesus ans Kreuz geschlagen wurde, ein Zahn Johannes des Täufers und andere.

1125

Große Zeit des Trifels unter den Stauferkaisern

Vor allem unter den Stauferkaisern war sie als Reichsburg eine der wichtigsten des "Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation". Der Trifels muss in diesen Jahren bereits eine äußerst starke Befestigung gewesen sein, sonst hätte man für die Verwahrung der Reichskleinodien einen anderen Ort gewählt.

Stauferkaiser und Kreuzfahrer Friedrich I.
Stauferkaiser und Kreuzfahrer Friedrich I. "Barbarossa" (Wikipedia, gemeinfrei)

Friedrich I. ("Barbarossa") scheint eine besondere Vorliebe für den Trifels gehabt zu haben. Er war nachweislich 1155, 1184 und 1186 auf ihr anwesend. Auf seinen Reisen zwischen den Reichspfalzen (Kaisers‑)Lautern und Hagenau war der Sage zufolge der Trifels Zwischenstation, und dem Kaiser waren allzeit Tisch und Bett bereitzuhalten.

Staufer-Kaiser Friedrich II. mit seinem Falken
Friedrich II. mit seinem Falken. Vatikanische Apostolische Bibliothek (Cod. Pal. Lat. 1071, fol. 1v) - gemeinfrei

Auch unter König (ab 1220 Kaiser) Friedrich II. , Enkel des Barbarossa, blieb der Trifels im Fokus und für die Unterhaltung der Burg verlieh der König Annweiler die Stadtrechte mit dem Münzrecht. (vgl. auch 1219).

1125-1250

König Richard I. "Löwenherz" als Gefangener auf dem Trifels

Richard Löwenherz küsst die Füße Heinrichs VI.
Richard Löwenherz küsst die Füße Heinrichs VI. Ende 12. Jahrhundert. Bern, Burgerbibliothek, Cod. 120 II, fol. 129r.   gemeindrei

 

In den Jahren 1193 und 1194 hielt Kaiser Heinrich VI, Sohn des "Barbarossa" den englischen König Richard I. "Löwenherz" hier gefangen. Dieser hatte auf dem Rückweg vom Kreuzzug den kürzeren Weg durch das Reich genommen, wo er von HerzogLeopold in Österreich gefangen genommen und an den Kaiser übergeben wurde. Erst nach Bezahlung eines Lösegeldes von etwa 30 Tonnen Silbers wurde Richard am 2. Februar 1194 freigelassen.

Die immense Lösegeldsumme, die Heinrich Vl. für die Freilassung Ri­chards erhalten hatte, ermöglichte ihm, einen Feldzug gegen das Norman­nenreich in Süditalien zu unternehmen, zu dem er sich aufgrund des Erban­spruches seiner Frau Konstanze berechtigt sah.

1193 - 1194

Heinrich VI. startet seinen Italienzug vom Trifels aus

Staufer-Kaiser Heinrich VI.
Abbildung Kaisers Heinrichs VI. im Codex Manesse, um 1300. Große Heidelberger Liederhandschrift (Heidelberg, Universitätsbibliothek, Cod. Pal. germ. 848, fol. 6r) - gemeinfre

Am 9. Mai 1194 versammel­ten sich die Streitkräfte vermutlich unterhalb des Trifels auf den sog. "Schloßäckern" und brachen am 12. Mai nach Italien auf. Schon im November 1194 konnte Heinrich siegreich in Palermo einziehen und sich zum König Si­ziliens krönen lassen.

Der sagenhafte Normannenschatz und eine Reihe nor­mannischer Geiseln wurden nach Ende des Italienzugs auf den Trifels verbracht und erst 1198 wieder freigelassen.

1194

Anweiler erhält Stadtrecht

Recht auf Münzprägung: Annweilerer Stadtsiegel (Stadtarchiv und Museum Annweiler)

Der Stauferkönig Friedrich II. verlieh 1219 Stadtrechte an Anweiler. Hiermit war das Münzrecht verbunden. Die Einnahmen daraus waren zweckbestimmt zum Erhalt der Burg einzusetzen. Das Stadtsiegel zeigt zur linken Seite den Trifels mit Turm und einem links anschließenden Gebäude. Der Turm hat einen Zinnenkranz. Die abgebildeten Burgmauern haben ebenfalls Zinnen und besitzen Quadermauerwerk.

Tatsächlich sind einige bdeutende Baumaßnahmen auf Burg Trifels nach dieser Zeit zur verzeichnen, so z.B. der Palas (1230-1235) und der Brunnenturm (1220-1230).

1219

Beginnender Bedeutungsverlust nach dem Interregnum

König Rufolf I. v. Habsburg (Grabplatte Speyer)
König Rudolf I. v. Habsburg (Dom zu Speyer)

Mit dem Ende der Stauferherrschaft gegen 1250 schwand auch die Macht der königlichen Zentralgewalt. Die Reichsburgen verloren an Bedeutung, so auch der Trifels. 

Der 1273 gewählte deutsche König, Rudolf I. v. Habsburg, ließ die Reichskleinodien auf die Kyburg in die Schweiz abtransportieren. Der Trifels wurde zum Sitz des Landvogtes im Speyergau bestimmt.

Nach 1273

Trifels kommt zu Veldenz

1310 übergab König Heinrich VII. die Landvogtei im Speyergau an Graf Georg I. von Veldenz mit der Auflage, dass dieser 1.200 Pfund Heller auf die Gebäude der Burgen Trifels und Neukastel verwenden sollte.

1310

Trifels kommt an die Pfalzgrafen

Während der Herrschaft König Ludwigs IV. (des Bayern) wurde die Burg 1330 an die Pfalzgrafen Rudolf II. und Ruprecht I. verpfändet und verlor damit faktisch ihren Status als Reichsburg.

1330

Verkauf und Verpfändung

König Ruprecht verkaufte als Pfalzgraf 1404 Burg Trifels und die Stadt Annweiler mit dem Vogtamt und weiteren Dörfern für 3.800 rheinische Gulden an Konrad X. Landschaden von Steinach, wobei Konrad jedoch keine Feinde der Pfalzgrafen in Burg und Stadt aufnehmen sollte.

1407 erfolgte bereits eine Verpfändung an Heinrich von Rüppurr, der zum Unterhalt mit Ausnahme größerer Baumaßnahmen sowie zur Stellung von vier Knechten zur Bewachung verpflichtet wurde.

1404 - 1407

Trifels im Bauernkrieg unversehrt

Während des Bauernkriegs 1525 scheint der Trifels zwar von den Bauern besetzt, nicht aber geplündert und beschädigt worden zu sein.

1525

Geringfügige Instandsetzungsarbeiten

1568 ließ der Herzog von Pfalz-Zweibrücken die Räume auf dem Trifels wieder herrichten und mit neuen beschlagenen Eichentüren, Fenstervergitterungen und sogar Gittern für die Öfen zu versehen, um unbefugtes Eindringen zu verhindern.

1568

Das ärmliche Inventar von 1595

Ein Inventar von 1595 listet die Räumlichkeiten auf der Burg und das Inventar auf. Hiernach gab es ein Pfortenhaus, ein "Ritterhaus“, die Küche, die Stube des Burgvogts, die "Kaiserstube“, eine "Eisenkammer”, einen Speicher, ein Backhaus, den hintersten Marstall, Marstall und eine vor (!) der Burg gelegene Kapelle.

Als Inventar wurden nur kärgliche Gegenstände für den Alltagsbetrieb aufgeführt, viele davon beschädigt, verfallen und alt, z.B.  (..) alte Bettladen, hat die eine die stollen verloren,  1 klein schragen tischelein ist bös,  2 schlechter benckh, die ein klein (..) und nichts werth(..) usw.  Krasser kann der Niedergang der einst so stolzen Reichsburg nicht ausfallen.

Es verwundert nicht, dass die Zweibrücker Herzöge für ihren Burgvogt wenig später ein Wohnhaus im Bergsattel (den heutigen Schlossäckern) errichten ließen.

 

1595

Blitzeinschlag und Zerfall

Durch Blitzschlag brannte der Palas der Burg am 28. März 1602 aus.

Im 30-jährigen Krieg besetzten verschiedene Parteien den Trifels,

1635 brach eine Pestepidemie unter den auf die Burg geflüchteten Bewohner des Umlandes aus, danach blieb die Burg unbewohnt.

1602

Burg dient als Steinbruch

Nachdem der Wiederaufbau des Trifels aus Kostengründen verworfen worden war, diente er als "Rohstoffbasis" für anderweitige Bauvorhaben.

1660 ließen die Herzöge von Zweibrücken die Marmorplatten des Palasfußbodens ausbrechen und wegbringen.Bereits im selben Jahr hatte der Trifels keien Dächer, keine Fenster und keine Türen mehr.

1670 wurden zahlreiche Säulen herausgebrochen und weggeschafft.

Die Bürgen von Annweiler durften ab 1706 mit Genemigung der Amtsgewalt Steine für eigene Bauzwecke abbrechen. Bis weit ins 19. Jh. hinein diente der Trifels den Einwohner der Umgebung als Steinbruch.

1660 bis ca. 1840

Sicherung und Wiederaufbau im 19. Jh.

1841 begann man mit der Restaurierungen am Hauptturm. Gewölbe und die äußere Quaderschale wurden ausgebessert.

1852 erhielt der Hauptturm ein flaches Pyramidendach, das 1892 durch ein Flachdach mit Zinnenkranz ersetzt wurde, das Bestand hatte bis 1964, als man den Hauptturm um ein Stockwerk aufstockte und mit einer begehbaren Plattform versah.

1880 wurde der Brunnenturm ausgeschachtet und die abgefallene Quaderschale im oberen Bereich komplett neu ergänzt und mit einem zierlichen Baudeko-Zinnenkranz versehen. 1882 wurde der Brunnenturm mit einer steinernen Bogenbrücke mit dem Burghof verbunden.

1841 - 1882

Ausbau des 20. Jh.

Die Schauseite des Trifels - Ostfassade von Hauptturm und Palas

Der Trifels wurde 1938-1942, 1946-1950 und von 1963-1966 unter Leitung von Prof. Rudolf Esterer wieder aufgebaut.

Hierbei wurde in Grundzügen an den Planungsarbeiten während der NS-Zeit festgehalten, obgleich diese bewusst über rein konservatorische Maßnahme hinausgingen, um eine "monumentale Gedenkstätte des deutschen Kaisertums" zu erschaffen.

Dem Burgbesucher ist dies vermutlich gar nicht bewusst, dass der heutige Trifels vom historischen Bauzustand in wesentlichen Feldern abweicht.

Der Trifels ist nach dem Hambacher Schloss die am meisten besuchte Burg der Pfalz mit jährlich mehr als 100.000 Gästen.

Zwischen 1938 und 1966
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