Was ist ein Burgflecken?
Unter Burgflecken versteht man eine zu einer Burg zugehörige Siedlung, die meist unterhalb der Burg entstanden ist. Ein Burgflecken war aber nicht einfach nur ein Ort „bei der Burg“, sondern oft eine nichtagrarische Siedlung mit eigener Funktion für Versorgung, Gewerbe und Handel. Ein Flecken hatte historisch mehr Rechte und Funktionen als ein Dorf, war aber keine Stadt mit Stadtrechten. So auch der Flecken Falkenstein.
Typische Rechte und Funktionen des Fleckens waren:
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Marktrechte für Handel und Versorgung
- Übernahme von Wirtschaftsfunktionen, für die auf der Hauptburg kein Platz war, so z.B. für die Lagerung von landw. Gütern in Scheunen, Stallungen, Handwerksgebäude (Schmiede, Bäckerei o.ä.)
- Brunnen für die Wasserversorgung
- Befestigungsrecht:
Der Flecken Falkenstein war von einer Dorfmauer umgeben, die mit mehreren Wehrtürmen verstärkt war und ein oberes und ein unteres Tor hatte. - Erweiterte Verwaltungsfunktion und Gerichtsbarkeit:
Im 16. Jh. wurde auf Höhe der Spitzkehre der Hauptstraße das Berggerichtsgebäude errichtet, welches dem Ort einen erheblichen Bedeutungszugewinn bescherte. Das Berggericht war für bergrechtliche Angelegenheiten, Schlichtungen und Unfallermittlungen im gräflichen Eisenerzabbau zuständig und vertrat dabei die Rechtsansprüche des Grafen.
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