Das Torrondell

Beschreibung:

Das mächtige Torrondell markiert die Südostecke der Kernanlage (Abb. 1). Es ist mit 22 Metern Durchmesser und einer lichten Weite von 14,5 Metern sogar noch etwas mächtiger als der “Kugelturm”. Die Mauerstärke beträgt 4,15 Meter, die äußere Höhe beträgt heute knapp 8 Meter. Das Torrondell wurde 2012 grundlegend restauriert und beherbergt heute das Besucherzentrum und den Kassenbereich.

Einsatzauftrag:

Die Geschütze in den Scharten erlaubten

  • Das Überwachen des südlichen Burgweges und der durch die Ortschaft verlaufende Fernstraße durch das Isenachtal, das unterhalb der Burg eine S-Kurve formt.
  • Die Sicherung der Burgtoranlage
  • Das (offensive) Bekämpfen gegnerischer Stellungsräume auf den Höhen im Süden der Burg im Verbund mit dem Westbollwerk.

Die Dimensionen der Geschützscharten sind ähnlich wie am Kugelturm, die Bausausführung und das sich öffnende Schussfeld legen aber die Vermutung nahe, dass der beabsichtigte Einsatzzweck durchaus mit Halbkartaunen (24-Pfündern) zu erreichen war. Schwerere Geschütze wären vorstellbar, aber im Kaufpreis und den Folgekosten (größere Eisenkugeln, größere Pulverladungen) entsprechend teurer. Die Leininger waren zwar wohlhabend, litten aber nicht an Verschwendungssucht.

In der gesamten Hülle des Rondells sind stichbogig gemauerte Rechteckscharten und kleinere Brillenscharten für Pulverhandwaffen zu finden. Hieraus schossen Haken oder Arkebusen auf Fußvolk im Nahbereich der Burgmauern und im Vorhof.

Aus dem Torrondell war der südliche Burgweg und das Isenachtal zu überwachen.
Die Mauerstärke des Torrondells von 4,5m ist an dieser Scharte besonders gut zu erkennen. Einst feuerte hieraus eine kurzrohrige Halbkartaune auf einer kleinrädrigen Kasemattlafette vor den Lustgarten und den südlichen Burgweg.
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