Das Ostwerk "Münze"

Beschreibung:

Der 9 Meter unter dem Niveau der Kernanlage liegende “Große Ausfallgarten” wird an seiner Ostseite von einem weiteren Befestigungswerk bewehrt, der sog. “Münze”. Ob sich hier tatsächlich eine Prägestätte der Leininger Grafen befunden hat, kann bei einer Beschreibung der Wehrfunktion dahingestellt bleiben.

Die Münze hat zwei hervorspringende Rundtürme an den Flanken und dazwischen einen Verbindungsbau, der zwei weitere Schießscharten hat. Anders als bei den sonstigen Geschütztürmen der Hardenburg finden wir im Ostwerk Schießscharten nur auf einer Ebene.

Die außen querrechteckigen Maulscharten, die sich nach innen verjüngen, sind überwiegend für den Einsatz von kurzrohrigen 6-Pfünder (Achtelkartaune) Geschützen auf vierrädriger Kasemattlafette. und für Handwaffen dimensioniert.

In den Flankierungstürmen decken die Scharten einen Winkel von 270° ab und erlauben ein Kreuzfeuer mit den Scharten des Kugelturms zur Nordseite ins Isenachtal und mit dem Torrondell zur Südseite und auf den Burgweg. Im Frontalfeuer können die ansteigenden Höhen jenseits des Isenachtals bestrichen werden.

In der Federzeichnung aus dem Kurpfälzischen Skizzenbuch, Staatsgalerie Stuttgart, trägt das Ostwerk über dem Mittelbau einen überdachten Wehrgang mit Handwaffenscharten, die Flankierungstürme sind mit Kegeldächern überdacht, wie sie auch im Grabmal Emich XI. in der Dürkheime Schlosserkirche abgebildet sind.

Ob auf der Dachebene der Flankierungstürme langrohrige Geschütze der Gattung “Schlange” eingesetzt wurden, so wie auf den beiden runden Flankierungstürmen von Neudahn, ist denkbar, wird aber in mir zugänglichen Analysen nicht bestätigt. Aufgrund der beengten Verhältnisse dürfte ein Falkonet (Achtelschlange, 1-Pfünder) dort gestanden haben.

Das Ostwerk mit 2 Flankierungstürmen, Ansicht aus NO


Südlicher Flankierungsturm

In der südl. Geschützkammer

Verbindungsgang zwischen Süd- und Nordturm

Handwaffenscharte im südlichen Flankierungsturm

Geschützöffnung Richtung Kirche

Geschützkammer Nordturm

Federzeichnung der Hardenburg um 1580, Blickrichtung Süden. Älteste bekannte Darstellung , im: Kurpfälzischen Skizzenbuch, Staatsgalerie Stuttgart, gemeinfrei
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