Geschichte der Falkenburg (Pfalz)

Falkenburg um 1435 (Eigene Rekonstruktion)
Rekonstruktion von Kurt Reinhard
Die Rekonstruktionsskizze der Falkenburg im 15. Jh. von Kurt Reinhard ist von der Informationstafel auf der Falkenburg abfotografiert.

 

Der Zeitpunkt der Erbauung der Falkenburg ist unklar. Sie wurde erstmals 1246 urkundlich erwähnt im Zusammenhang mit der Übergabe der Reichskleinodien an König Konrad IV..

Durch Verpfändung gelangte die Reichsburg im frühen 14. Jh. in den Besitz des Leininger Grafen Friedrich IV. und 1379 zur Hälfte an Kurpfalz. Durch Erbschaft übernahm das Haus Pfalz-Zweibrücken den kurpfälzer Anteil. Die Burg wurde nie von den hochadeligen Eignern bewohnt, sondern durch Ministeriale verwaltet. 1427 wurde die Teilung der Burg beurkundet und detailliert beschrieben. Aus dieser Urkunde wissen wir Einiges vom Baubestand der spätmittelalterlichen Falkenburg.Sie bestand aus einer komplett ausgebauten Oberburg (u.a. mit Burghof, Bergfried, Küche, Backhaus, Kapelle, Brunnen und unterkellerten Wohnbauten), sowie einer Unterburg nördlich und östlich des Burgfelsens. In der Unterburg befanden sich hinter einem Burggraben mit Zugbrücke ein Torhaus, ein mehrgeschossiges sog. Ritterhaus, ein älteres Fachwerkhaus, 2 Ställe und kleine Nebengebäude.

Eine Verstärkung der Fortifikationen im beginnenden Pulverwaffenzeitalter ist wohl unterblieben.

Die Falkenburg überstand den Bauernkrieg unbeschadet. Im 30jährigen Krieg besetzten 1632 die Schweden die Burg und vertrieben die Kaiserlichen, die wiederum die Burg drei Jahre später im Handstreich zurückgewannen und bis 1648 dort verweilten.

1648 erhielten Leiningen und Zweibrücken ihre Burganteile unbeschadet zurück.

Unter Ausübung ihres Öffnungsrechts verlegte Kurpfalz 1677 eine kleine Garnison von etwa 40 Mann auf die Burg. Diese war aber dem Angriff einer mit Artillerie verstärkten französischen Übermacht nicht gewachsen und die Burg wurde nach Beschuss kampflos – bei freiem Abzug – übergeben. Dem kommandierenden Offizier, einem Leutnant, kostete dies das Leben. Er wurde wegen Feigheit zum Tode verurteilt und mit dem Schwert in Mannheim enthauptet. Beim Abzug 1680 sprengten die Franzosen die Burg. Sie diente fortan als billiges Materiallager für Bauten der Umgebung.

Bei Sanierungs- und Sicherungsmaßnahmen errichtete der Pfälzerwaldverein 1926 eine Holztreppe hinauf zu Oberburg.  

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