Die Felsenburg Blumenstein

Ein besonderer Typ des mittelalterlichen Wehrbaus ist die Felsenburg. Der Burgenforscher Otto Piper verwendete die Bezeichnung Felsenburg für Burganlagen, die über künstlich aus dem Burgfelsen ausgehauene Hohlräume verfügen. Besonders häufig ist dieser Burgtyp dort anzutreffen, wo weiches Gestein das Aushöhlen des (Burg-)Felsens begünstigte. Die Sandsteinriffe der Pfalz, insbesondere des Wasgaus, boten beste Voraussetzungen für den Bau von Felsenburgen.

Im Unterschied zu “gewöhnlichen” Höhenburgen, die den anstehenden Fels als Untergrund für die einzelnen Bauten nutzen, wurde bei Felsenburgen die gesamte Anlage in den Fels, auf den Fels und um den Fels herum umgesetzt. Auch auf Burg Blumenstein bestätigt sich diese Charakteristik.

Burg Blumenstein gilt als Beispiel für eine kleine Felsenburg. Ihr Burgfelsen misst etwa 50 x 10m (Abb. 1) . In den Fels gemeißelte Felsentreppen verbinden die Unterburg mit den beiden Terrassen der Oberburg (Abb. 2, 8) . Neben den beiden in den Fels geschroteten Zisternen (Abb. 6, 7) ist insbesondere die große Wächterkammer am Zugang zur Oberburg anzusprechen (Abb. 3 – 5), die fast den gesamten Felsen der 2. Ebene aushöhlt.

Die Wasserversorgung im Belagerungsfall, wie auch im Alltag, war bei Felsenburgen, wie dem Blumenstein, ein Problem. Während man sich in Friedenszeiten sicherlich mit Wassereseln behelfen konnte und Wasser in Holzfässchen aus Frischwasservorkommen aus der Umgebung heranführen konnte, so war auch für den Belagerungsfall Vorsorge zu treffen. Man hatte wenig Platz für Filterzisternen und musste das Wasser daher in Felsbecken (Abb. 6, 7) auffangen, worunter die Wasserqualität gelitten haben mag. Hierbei war auch die Versorgung der Esel, Pferde und des Viehs ein Thema. Die beiden Zisternen auf Burg Blumenstein in Unter- und Oberburg wurden mit ablaufendem Dachwasser gespeist. Ob hierbei eine Filterung erfolgte, ist heute nicht mehr zu beantworten. Die teure Bohrung eines Brunnenschachtes für Frischwasser jedenfalls kam für die Herren des Blumenstein wirtschaftlich nicht in Frage. 

Die aus Holz oder Stein errichteten Gebäude auf und am Burgfelsen nutzen den Burgfelsen als Fundament oder Wand. Balkenlöcher belegen dies (Abb. 8).

Abb.1: Kernfels der Burg Blumenstein im Wasgau
Oberer Bereich der Felsentreppe zu zweiten Felsstufe auf Burg Blumenstein
Abb. 2: Felsentreppe zur Oberburg
Blick durch die Wächterkamm nach Westen
Abb. 3: Große Felskammer in der Oberburg
Vertiefung in der Felsenkammer für eine Tretrad-Brückenwinde
Abb. 4: Vertiefung für die Aufnahme eines Tretrades für Lastenförderung
Lichtöffnung in der Wächterkammer von Burg Blumenstein
Abb. 5: Lichtöffnung in der Wächterkammer
Zisterne auf dem Felsplateau von Burg Blumenstein
Abb. 6: Zisterne auf dem oberen Plateau
Tiefe Felskammer (Zisterne) in der südlichen Vorburg der Burg Blumenstein
Abb. 7: Zisterne in der südlichen Unterburg
Unterburg von Burg Blumenstein in der unteren Felsebene
Abb. 8: Balkenlöcher im östlichen Kernfelsen
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