Geschichte der Burg Landeck

Die Burg Landeck wurde vermutlich um 1200 erbaut. Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte 1237, als das Erbe des Hauses Leiningen unter den beiden Grafensöhnen Friedrich III. und Emich IV. aufgeteilt wurde. Landeck fiel an Emich IV., der damit die Linie Leiningen-Landeck begründete. Zu der Herrschaft gehörten weiterhin 14 Dörfer, u.a. auch Landau, welches auf Betreiben Emichs 1274 zur Stadt erhoben wurde. Aus weiteren Urkunden wissen wir heute, dass Burg Landeck zu dieser Zeit eine Reichsburg war. Ebenfalls steht fest, dass neben Emich auch das Haus Zweibrücken  Anteile an der Burg besaß. Dazu passt, dass 1254 ein zweibrückischer Burgvogt bezeugt ist. Nur einmal ist Emich IV. selbst auf der Burg nachgewiesen, als er im Jahr 1267 Boten aus Mainz und Worms auf die Burg verschleppen ließ.

Noch bevor die Linie Leiningen-Landeck im Jahre 1290 ausstarb, hatte der Leininger seinen Burganteil an den Zweibrücker (seit 1333 Zweibrücken-Bitsch) veräußert. Die andere Hälfte der Burg gehörte ab 1304 dem Adelsgeschlecht der Ochsensteiner, das mit König Rudolf v. Habsburg verwandt war. 1345 gaben die Ochsensteiner ihr Lehen an das Kloster Klingenmünster und erhielten es samt einiger Dörfer als Afterlehen zurück. Hierbei scheint das Kloster Klingenmünster die Nachfolge des Reiches als Lehnsgeber eingenommen zu haben.

Bischof Raban v. Speyer kaufte 1405 den Ochsensteinern die Hälfte ihres Anteils, also ein Viertel der Burg mit Zugehörden, ab. Im Burgfriedensvertrag von 1405 ist beurkundet, dass Speyer 25%, Ochsenstein 25% und Zweibrücken-Bitsch 50% Anteile an der Burg hielten.

Im Teilungsvertrag von 1407 zwischen Speyer und Ochsenstein ist niedergelegt, welche Bauten der Burg wem zugewiesen waren. Danach hielt Speyer das “steinerne Haus” im Südwesten der Anlage. Dieses war dreigeschossig und ist als Palas anzusprechen. Friedrich v. Ochsenstein bekam das “bäumene Haus”, ein zumindest im Obergeschoss in Fachwerk ausgebautetes Wohnhaus im Südosten der Anlage. Beide Anteile zusammen machten etwa die Hälfte der Burg aus. Die andere Hälfte gehörte nachwievor Zweibrücken-Bitsch.

Burg Landeck Rekonstruktion (W. Braun)
Die Rekonstruktionsskizze von W. Braun zeigt Burg Landeck nach dem Bau des Zwingers und des Vorwerks (gegen 1460)

1416 wurde um die Kernburg herum eine Zwingeranlage errichtet. Wie die Bauunterhaltung und die Verteidigung der Burg organisiert waren, erfahren wir aus einer Urkunde des Jahres 1456.  Jeder der drei Gemeiner hatte als Mindestausstattung zwei Hakenbüchsen mit Pulver und 100 Kugeln sowie zwei Armbrüste, eine Winde und 100 Bolzen beizusteuern. Zwei Wächter standen im Sold der Gemeinschaft.

Nach dem Aussterben des Ochsensteiner Geschlechts 1485 fiel deren Lehen an das Klosters Klingenmüster zurück. Der Abt belehnte nun Kurpfalz mit dem 25%-Anteil.

Angesichts der oben beschriebenen geringen militärischen Ausrüstung auf der Burg verwundert es nicht, dass Landeck im Bauernkrieg 1525 vom elsässischen Kolbenhaufen ohne Mühe eingenommen und in Brand gesetzt wurde. Die minderschweren Schäden waren alsbald beseitigt.

Nach Aussterben der Grafen von Zweibrücken-Bitsch-Lichtenberg 1570 konnte Kurpfalz seinen Besitzanteil auf drei Viertel aufstocken.

Im 30jährigen Krieg gelangte der kurpfälzische Anteil in den Besitz des Erzherzogs Leopold v. Österreich, der sie gemeinsam mit Speyer bis 1642 verwalten ließ. Im Gegensatz zur Madenburg sind keine größeren Kriegsschäden auf Landeck vermeldet worden. Noch bis 1650 blieb Landeck von den Franzosen besetzt. Nach deren Abzug wurden die Eigentumsverhältnisse, wie sie vor dem Kriegsausbruch bestanden hatten, restituiert.

Wann genau die Zerstörung der Burg Landeck erfolgte, ist nicht ganz klar. Landläufig wird die Zerstörung mit dem Orléanschen Erbfolgekrieg und dem Mélacschen Zerstörungswerk in der Pfalz im Jahr 1689 in Verbindung gebracht. Wahrscheinlicher ist jedoch die Zerstörung bereits im Jahr 1680 durch Truppen des französischen “General de Montclar “, der auch schon die nahegelegene Madenburg hatte sprengen lassen. Der Friedensvertrag von Rijswijk verpflichtete Frankreich 1697, die Landecker Herrschaft an Kurpfalz und das Bistum Speyer zurückzugeben.  1709 gelangte durch Tausch der 25%-Besitzanteil des Fürstbistums Speyer  an Kurpfalz, das dann bis 1803 Alleinbesitzer war.

Mit der Gründung des Landeckvereins  begann nach 1881 eine lange Maßnahmenketter zur Burgsanierung. Seit 1946 gehört die Burg dem Land Rheinland-Pfalz.

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