Burg Hohenecken: damals & heute

Hohenecken, vermutlich nach dem Ausbau von 1550

Heutiges Erscheinungsbild zum Vergleich

Vorab: Nicht jede Rekonstruktionsskizze kommt der baugeschichtlich belegten Wirklichkeit nahe. Oft werden einzelne Bauelemente nicht stimmig dargestellt, manchmal fehlen sie ganz oder werden einer falschen Bauphase zugeordnet.  Manchmal fehlt aber auch eine belastbare baugeschichtliche Dokumentation. Die mir vorliegenden Aufbauskizzen von Arndt Hartung und Andreas Rockstein sind von hoher Stimmigkeit mit der Bau- und Geländebeurteilung. Es fällt aber auf, dass Rockstein seine Anregungen aus der früher entstandenen Hartungschen Skizze übernommen hat. Somit möchte ich es mit der Kommentierung der Hartungschen Aufbauskizze bewenden lassen.

Würdigung der Rekonstruktion von Hartung

  1. Eine  Zugbrücke überspannt den 1560 bei der Burgerweiterung angelegten jüngeren Halsgraben. 
  2.  Turmartig ausgebaute Toranlage von 1560. Eine Pechnase ist nicht belegt.
  3.  Der dargestellte überdachte Wehrgang auf der Felsbarriere ist nicht auszuschließen. Es ist auch denkbar, dass die Plattform nach 1560 2-3 kleine Geschütze trug. Meine Hypothese:  1- oder 2 Pfünder Schlangen.
  4.  Die Gebäude in der Unterburg sind bei den Sprengungen 1688 vollständig zerstört worden. Ob ein Bau sich direkt bis an die Schildmauer heranzog, muss offen bleiben.  In der Skizze ist die nördliche Zwingeranlage nicht erkennbar.
  5.  Das langgezogene Dienstgebäude dürfte im oberen Geschoss – ähnlich wie im Marstall der Hardenburg oder dem Stallgebäude auf Neuscharfeneck – im OG einen Wehrgang mit Schießöffnungen für Handwaffen gehabt haben.
  6.  Vom rechteckigen, aus dem Zwinger herauskragenden Flankierungsturm, sind Fundamentreste vorhanden.
  7. “Alter Zugang” zur Oberburg  (fehlt allerdings bei Rockstein) ist eingezeichnet.
  8. Fünfeckiger Bergfried, mit der Spitze in Feindrichtung zeigend.  Dass der Bergfried überdacht war, ist eine Annahme.
  9. Die dargestellte Zwinger rahmt den Bergsporn ein und führt um die Burg herum. Es ist (nur) ein Flankierungsturm (8) im Zwinger erfasst.  Die Durchsetzung der äußeren Zwingermauer mit Halbschalentürmchen im Abstand der Kampfentfernung einer Armbrust ist m.E. als Baustandard auch auf Hohenecken anzunehmen.

 

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