Die Wehrkonzeption der Kanonenburg Altdahn

Die Wasserversorgung auf Altdahn

Wassserstellen auf Altdahn
Wasserversorgung von Altdahn

Keine der mir vorliegenden Abhandlungen zur Burg Altdahn geht tiefer auf das Thema Wasserbedarf bzw. Wasserversorgung ein. Daher nachfolgend einige meiner Gedanken dazu.

Im Belagerungsfall war die Wasserversorgung einer Burg von entscheidender Bedeutung. Diese gestaltete sich auf Felsenburgen jedoch besonders schwierig, da das Bohren eines Brunnens durch den Burgfelsen bis zu wasserführenden Schichten langwierig und teuer und nicht immer von Erfolg gekrönt war. Zudem war die Trennung zwischen Trink- bzw. Kochwasser und dem Brauchwasser erforderlich. Wollte man für eine Wohn- und Wehranlage Vorkehrungen auch für eine längere Belagerung treffen, so war eben auch zusätzliches Brauchwasser in die Vorratsplanung der Kanonenburg einzubeziehen:

      1. Löschwasser musste in der Nähe potenzieller Brandherde vorhanden sein.
      2. Für die Führung des Feuerkampfes musste bei den Kanonen (je Torturm 5 – 6 Kanonen) Brauchwasser bereitstehen, denn heißgeschossene Rohre bedurften dringend der Kühlung, um die Selbstentzündung der Treibladung beim Ladevorgang zu vermeiden. Hierfür bediente man sich in Wasser getränkter Tierfelle, die permanent nass zu halten waren. Auch mussten die Rohrwischer für das Auswischen der Rohre nach der Schussabgabe feucht sein.
      3. Die in der Burg verbleibenden Tiere (Rösser, Milchkühe oder -ziegen, Schlachtvieh) waren zu versorgen. Auf Altdahn wurden hierzu an der tiefsten Stelle der nördlichen Unterburg große Wasserbecken am Felsen angelegt. Diese Becken samelte das Wasser, das über in den Burgfels getriebene Wasserrinnen zum niedersten Punkt geleitet wurde.

Im Gegensatz zu Grafendahn finden wir in der Oberburg von Altdahn keinen Brunnen. Der einzige gebohrte Brunnen für Frischwasser auf Altdahn befindet sich in der unteren Terrasse an der zu Grafendahn angrenzenden Südwestterrasse (Bild 1). Der Brunnen wurde durch einen halbkreisförmigen Flankierungsturm gesichert. Interessanterweise befinden sich der Großteil der heute noch erkennbaren Zisternen auf der Basisebene und nicht in der Oberburg.

In Friedenszeiten dürften auch Wasseresel, mit denen Frischwasser aus nahen Quellen herangebracht wurde, zum Einsatz gekommen sein.

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