Geschichte der Burg Tanstein

Die Burgen Altdahn, Grafendahn und Tanstein liegen hintereinander auf 5 Buntsandsteinfelsen oberhalb des Ortes Dahn im südlichen Wasgau.
Tanstein, Burg auf zwei Felsen, ist die westliche der drei Dahner Burgen

Burg Tanstein liegt als westliche der drei Burgen der Dahner Schlössergruppe auf zwei Buntsandsteinfelsen oberhalb des Ortes Dahn im südlichen Wasgau zwischen Altdahn und Tanstein.

Man nimmt heute an, dass der Falskamm schon in staufischer Zeit (1125 – 1250) zunächst als Reichsburg, später als Lehen des Bischofs von Speyer, mit einer Burgengruppe bebaut war, die den Namen “Burg Than” trug. Mehrere Familien bewohnten diese Großanlage. Bei der Weitergabe an ihre Nachkommen wurden die Burgteile schließlich mit eigenständigen Burgnamen wie “Alt-Dahn” und “nuwen than” (gemeint ist Grafendahn; nicht verwechseln mit der heutigen Burg Neudahn) versehen. Nach dem Stand der neueren Burgenforschung könnte die Burg Tanstein der älteste Teil der Dahner Burgbebauung gewesen sein.

1288 wurde ein Burgfriedensvertrag zwischen den vier Dahner Rittern und ihren Familien geschlossen, in dem sie sich verpflichteten, die Gesamtanlage “burg than” und ihre Besitzungen gemeinschaftlich gegen Feinde zu verteidigen. Namentlich handelte es sich bei den Dahner Rittern um Konrad III. Mursel, Johann I., Heinrich IV. Sumer, und Konrad IV. von Dahn.

1346 taucht das erstmals der Burgname “Dankenstein” auf. Die Burg blieb zu Lehen des speyerer Bischofs im Besitz der Ritter von Dahn. Natürlich blieben Erbstreitigkeiten in der Nachkommenschaft nicht aus.

Burg Tanstein auf zwei Felsen

Zwei besondere Ereignisse mit Relevanz für die Burg Tanstein seien noch angeführt:

(1) Im Jahr 1400 geriet Walter III. von Dahn in heftigen Streit mit Graf Simon III. von Sponheim-Vianden zu Grafendahn, der Verbindungsmauern zwischen den Burgen Tanstein und Grafenbahn abbrechen und einen tiefen Halsgraben zwischen den Burgfelsen anlegen  ließ.

(2) Folgenreich war 1523 die Anhängerschaft des Heinrich XIII. von Dahn zu Franz v. Sickingen für das Dahner Rittergeschlecht. Denn nach der gescheiterten Fehde Sickingens gegen Kurtrier hatte sich eine fürstliche Allianz aus Landgrafschaft Hessen, Kurtrier und Kurpfalz formiert, die den Reichsritter auf seiner Burg Nanstein belagerte und nach deren/dessen Untergang auch gegen die Verbündeten Sickingens zu Felde zogen und deren Burgen zerstörten, so die Ebernburg, Burg Hohenburg und Burg Drachenfels. Nur die Intervention des Bischofs Georg von Speyer, der ein Bruder des KF Ludwig V. v.d. Pfalz war, hielt die Allianz davon ab, auch Burg Tanstein einzuäschern. Kampflos musste Burg Tanstein an Kurtrier übergeben werden. Ein Verwalter wurde eingesetzt, der Burg Tanstein 21 Jahre lang führte. Erst 1544 erhielten die Erben des inzwischen verstorbenen Heinrich XIIII. v. Dahn die Burg gegen Auflagen zurück.

Der finanziell schwer angeschlagenn Dahner Burgeigner war nicht mehr in der Lage, dringende Instandsetzungen an der Burg zu leisten, so dass Tanstein zusehend verfiel. Sie galt bereits 1571 als unbewohnbar. 1603 starb der letzte des Dahner Geschlechts, der auch Eigner von Tanstein war, ohne Nachkommen.

Heute gehört Tanstein zur Dahner Burgengruppe, die von Burgen – Schlösser – Altertümer Rheinland-Pfalz verwaltet wird.

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