Rekonstruktionsvorschlag Madenburg um 1600

Hinweis über nachfolgende Ansichten der Madenburg des Jahres 1600
Lieber Burgenfreund. Die nachfolgende Rekonstruktion der Madenburg habe ich mit der Software “Maxon Cinema 4D Studio R.19” erstellt. Die Arbeitszeit am Modell nahm wegen der Größe der Anlage, und des hohen Detaillierungsgrades etwa 40 Arbeitstage in Anspruch. Ich hoffe auf wohlwollende Kommentare in der Box unten.
Madenburg Nordwestseite
Die mächtige äußere Schildmauer wurde als Reaktion auf die im Bauernkrieg erlittenen Zerstörungen gegen 1530 errichtet. Hinter der Schildmauer erhob sich einst der fünfseitige Bergfried, von dem heute nur noch eine Mauerkante aufrecht steht. Der verputzte Eberhardbau entstand 1597 als letzte Erweiterungsmaßnahme.
Eberhardbau und Bergfried (Wartturm) mit Eckhörnchen
Der mächtige fünfeckige Bergfried bildete bis zur Mitte des 15. Jahrhunderts das Kernelement der Burgverteidigung. Als Träger für Kanonen war er jedoch nicht geeignet und wurde daher zum Wart- und Wohnturm umfunktioniert. Die Eckhörnchen sollen im 16. Jh. angesetzt worden sein.
Madenburg Schildmauer und Halsgraben
In dem vorspringenden Winkel der 45 m breiten Schildmauer sitzt genau in der Mauerkante eine Schießschartenöffnung von 25 x 40 cm für ein leichtes Geschütz. Der Einsatz von Schlangengeschützen auf der Schildmauerplattform gilt als wahrscheinlich.
Schildmauer und Barbakane
Um 1530 enstanden Barbakane und Schildmauer im Norden, der ehemaligen Angriffsseite.Die hinter dem Halsgraben stehende Schildmauer erstreckt sich mit 45 m über die gesamte Breite der Burg. Sie war ursprünglich etwa 12 m hoch bei einer durchschnittlichen Mauerstärke von fast 5 m.
Stark befestigte Nordseite
Der Zugang zur Madenburg erfolgte – anders als sonst üblich – geländebedingt aus Norden, der Feindseite. Zunächst erreichte man den Zugang zur Barbakane, einem Vorwerk, welches im westlichen (rechten) Teil drei Schartenkammern für den Einsatz von Musketen bot.
Madenburg aus Nordwesten
In dieser Ansicht sind die Hauptbefestigungen der Madenburg gut zu erkennen: Barbakane, Halsgraben, Schildmauer, Stauferzeitlicher Bergfried, Ringmauer mit Wehrgang und Torbastion.
Madenburg aus Nordwesten
In dieser Ansicht sind die Hauptbefestigungen der Madenburg gut zu erkennen: Die mächtige äußere Schildmauer und der jüngere Halsgraben wurden erst als Reaktion auf die im Bauernkrieg erlittenen Zerstörungen gegen 1530 errichtet.
Nördlicher Zwinger
Durch die rundbogige Tordurchfahrt in der neueren Schildmauer (links) erreicht man den nördlichen Zwinger, der dem ursprünglichen Halsgraben der mittelalterlichen Burg entspricht. Während der Kampfhandlungen von 1622 war der nördliche Zwinger stark umkämpft.
Schildmauer Innenseite
Bild zeit die Schildmauerplattform mit Geschützstellungen, den älteren Halsgraben mit einer Palisadensperre und die ältere Schildmauer mit einem überdachtem Wehrgang. Der Einsatz von Schlangengeschützen auf der Schildmauerplattform gilt als wahrscheinlich.
Renaissanceschloss Madenburg
Im 16. Jahrhundert ließen die Speyerer Bischöfe die Kernburg zum Renaissance-Schloss um- bzw. ausbauen. Die Baumaßnahmen verschlangen Unsummen und brachten die Finanzen des Hochstift Speyer in eine Schieflage. Das dürfte auch erklären, warum auf dekorative Bauelemente weitgehend verzichtet wurde.
Torbastion und Westzwinger, dahinter die Kernburg
Der zum Schutz des Hauptzugangs zur Kernburg errichtete Rondellbau erinnert mit seinem halbrunden Grundriss und der (unerwartet) geringen Mauerstärke an den Rondellbau auf Burg Drachenfels. Grundriss und Lage lassen vermuten, dass hier neben Pulverhandwaffen auch Geschütze postiert waren.
Torbastion und Westzwinger
Aus der Torbastion konnte mit 2 bis 3 etwa 6-Pfünder (Achtel-) Kartaunen in das unterhalb / westlich liegende Kaiserbachtal (heutige Bundesstraße 48) gewirkt werden. Rechts der Torbastion schließt sich das Brunnenhaus an, welches den 56 m tiefen Ziehbrunnen der Burg schützte.
Madenburg aus Südwesten
Auf der Westseite der Madenburg fällt der Berghang steil ab, so dass von dieser Seite keine unmittelbare Angriffsgefahr bestand.
Madenburg aus Süden
Der Südzwinger mit seinen beiden innen offenen Flankierungstürmen deckte die südliche Vorburg. Nördlich der südwestlichen Zwingeranlage schließt sich die mächtige halbrunde Torbastion an. Sie ist das Hauptwehrelement auf der Westseite und diente als unüberwindbare Umhüllung des Haupttores in die Kernanlage.
Madenburg aus Südosten
Im Südzwingert stand ursprünglich ein heute abgegangenes Gebäude, dessen Felsenkeller sich jedoch in Teilen erhalten hat. Ein westlich am Zeughaus vorspringender Rundturm könnte als Treppenturm den Zugang in die Vorburg ermöglicht haben. Das große rechteckige Zeughaus bildete den südlichen Abschluss der Vorburg. Es trug ein Satteldach.
Madenburg: Gesamtanlage aus Südosten
Die Madenburg wurde als Höhenburg am Ostrand des Pfälzerwaldes auf einem in die Rheinebene vorspringenden Felsausläufer des Rothenbergs erbaut. Sie liegt etwa 250 m oberhalb von Eschbach auf einer Höhe von 458 m üNN.. Mit 180m Länge und etwa 60 m Breite ist sie größte Burganlage der Südpfalz.
Madenburg aus Südosten
Die Vorburg wurde von einer hohen Zwingermauer mit vorspringenden Flankierungstürmen geschützt.
Westzwinger mit vorspringenden Flankierungstürmen
Kernburg (rechts) imd Vorburg wurden auch auf der steil abfallenden Ostseite zur Rheinebene von einer hohen, fast 160m langen, Zwingermauer mit vorspringenden Flankierungstürmen geschützt.
Eberhardbau, bischöfliche Residenz
Der einstmals dreigeschossige Eberhardbau und seine Gliederung mit großen Fenstern lassen auf hohen Wohnkomfort und gesteigertes Repräsentationsbedürfnis schließen. Der Ausblick in die Rheinebene muss grandios gewesen sein.
Mitteltrakt mit Philippsbau
Ein in Ost-West-Richtung verlaufender Mitteltrakt trennt den Hof der Vorburg von der Kernburg. Der mächtige Bau entstand in mehreren Bauphasen. Die sog. “Philippsbau” (links) ist nach seinem Bauherrn Bischoff Philipp II. von Flörsheim, benannt und entstand in der Mitte des 16. Jahrhunderts.
Blick in den Hof der Kernburg
Die Westseite der Kernburg nehmen die Burgküche (linke untere Ecke), ein dreigeschossiges Wohngebäude aus der Mitte des 16. Jahrhunderts und der fünfseitige Bergfried ein. Rechts der Eberhardbau. Seine Gliederung mit großen Fenstern und die Portale der beiden Renaissance Treppentürme lassen auf hohen Wohnkomfort und gesteigertes Repräsentationsbedürfnis schließen.
Vorburgbebauung mit Kapelle, Zeughaus und Funktionsbauten
Das Zeughaus im Süden (Bildmitte) diente einst als Viehstall mit darüber liegenden zwei Wohngeschossen. Im südlichen Hof dürften weitere Wirtschaftsgebäude gestanden haben, auf deren Fundamentresten z.B. 1922/23 der Vorgängerbau der heutigen Burgschänke errichtet wurde.
Tor zu Kernanlage mit Vorburgbebauung
Durch das Haupttor gelangt man in den Hof der südlichen Vorburg. Während der großen Umgestaltung der Madenburg im 16. Jahrhundert wurde das Bodenniveau tiefer gelegt. Den Burgfelsen auf der Westseite (rechts) hat man jedoch in seiner vormaligen Höhe belassen. Auf dieser Felsbank stand einst ein Turm, und die Burgkapelle aus der Mitte des 13. Jh. .

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